Dichtheitsprüfung

Informationen zu Dichtheitsprüfungen an privaten Abwasserleitungen

Oft gestellte Fragen rund um die Dichtheitsprüfung.

Warum müssen öffentliche und private Abwasserkanäle dicht dein?
Nach dem bundesweit  geltenden Landeswassergesetz NRW (§61a LWG NRW) müssen alle öffentlichen und privaten Abwasserkanäle funktionssicher und dicht sein.
Durch alte und undichte Rohrverbindungen, Risse oder Scherbenbildung aber auch durch Wurzeleinwuchs kann sowohl Abwasser in das Grundwasser als auch Grundwasser in das Abwassernetz gelangen und belastet somit die Kläranlagen. Abwasseranlagen sind nach den anerkannten Regeln der Technik zu errichten und auch zu unterhalten. Ein großes Schadenspotential bilden die privaten Grundstücksentwässerungsleitungen. Nach Expertenmeinung sind mindestens 70-90% dieser im Privatbesitz befindlichen Leitungen sanierungs- oder gar erneuerungsbedürftig.


Wer ist für die privaten Abwasserleitungen verantwortlich?

Die privaten Abwasserleitungen müssen gemäß § 61a LWG NRW geschlossen, dicht und soweit erforderlich, zum Reinigen eingerichtet sein. Die Dichtheit der privaten Abwasserleitungen ist gemäß der öffentlichen Satzungen vom Grundstückseigentümer nachzuweisen. Der Grundstückseigentümer hat seine Kellerräume außerdem gegen Rückstau aus der öffentlichen Abwasseranlage zu sichern.

Welche Zeiträume gibt der § 61a LWG NRW vor?

- Bei neuen Abwasserleitungen ist eine Dichtheitsprüfung sofort nach Errichtung vorzunehmen.
- Bei bestehenden Abwasserleitungen muss die erste Dichtheitsprüfung bei einer Änderung, spätestens jedoch bis zum 31. Dezember 2015 durchgeführt werden.
- Die Kommunen können z.B. in Wasserschutzgebieten kürzere Zeiträume per Satzung festlegen.
- Eine Wiederholungsprüfung ist  im Regelfall nach 20 Jahren durchzuführen.

Welche Leitungen und Schächte müssen auf Dichtheit geprüft werden?
Alle erdverlegten Abwasserleitungen auf dem Grundstück, die Schmutz- oder Mischwasser ableiten, sind auf Dichtheit zu prüfen. Gleiches gilt für Revisionsschächte mit offenem Gerinne. Reine Regenwasserleitungen und Schächte sind von der Pflicht zur Durchführung ausgenommen, es sei denn, sie sind bei Mischwassersystemen nicht gegen den Rückstau gesichert.

Wie wird eine Dichtheitsprüfung durchgeführt?

Die Grundleitungen werden gemäß den Bestimmungen der entsprechenden Regelwerke bis zu einer vorgegebenen Höhe mit Wasser gefüllt.  Anschließend erfolgt die eigentliche Dichtheitsprüfung. Für einen definierten Zeitraum wird bei gleich bleibender Füllhöhe eine evtl. erforderliche Wasserzugabe und somit der vorhandene Wasserverlust gemessen. Die Prüfzeit beträgt bei  neuen Leitungen 30 Minuten und bei bestehenden Leitungen 15 Minuten. Für die Durchführung der Dichtheitsprüfung ist eine Revisionsöffnung oder eine Revisionsschacht im Keller bzw. ein Kontrollschacht außerhalb des Gebäudes erforderlich.

Durch wen darf die Dichtheitsprüfung durchgeführt werden?

Dichtheitsprüfungen dürfen nur von so genannten Sachkundigen, die von der Kommune auf einer Liste geführt und zugelassen sind, durchgeführt bzw. protokolliert werden.

Welche Unterlagen muss der Grundstückseigentümer bei der Kommune abgeben?

In der Regel ist der Kommune ein oder mehrere Dichtheitsprüfprotokolle sowie ein Lageplan bzw. eine Skizze über den Verlauf der Leitungen vorzulegen.

Was kann bei einem negativen Prüfergebnis getan werden?

Sollte die Dichtheitsprüfung ergeben, dass Ihr Abwasserkanal oder Schacht nicht dicht ist, muss er natürlich saniert werden. Zur Schadenfeststellung ist eine TV-Untersuchung des Leitungssystems vorzunehmen.